Auf einen Blick
Wartungsniveau Standard
Wann
ca. 100.000 km
oder 5 Jahre, je nachdem, was zuerst eintritt
Kosten
ca. 106 €
ca. 28 € nur für das Kühlmittel
Durchschnitt in Deutschland, freie Werkstatt, inkl. MwSt.
DIY-Schwierigkeit
Mittel
Ablassen und Auffüllen ist einfach, aber das System muss entlüftet und das alte Kühlmittel richtig entsorgt werden. Öffne es nur bei kaltem Motor.
Wichtigkeit
Mittel
Ein verspäteter Wechsel legt das Auto nicht sofort lahm, aber verbrauchtes Kühlmittel lässt Rost und Ablagerungen nach und nach Pumpe, Kühler und Motor schädigen.
Kurz gesagt: Prüf den Kühlmittelstand alle paar Wochen bei kaltem Motor und lass das Kühlmittel wechseln, wenn dein Hersteller es vorgibt, meist alle 4 bis 5 Jahre oder 100.000 km; moderne Langzeit-Kühlmittel halten oft 5 Jahre. Der Standardwert in Track2Drive ist 100.000 km oder 5 Jahre. Verwende immer die Sorte, die dein Hersteller vorschreibt: Die Farbe verrät dir die Sorte nicht. In Deutschland kostet ein Kühlmittelwechsel in einer freien Werkstatt im Durchschnitt etwa 106 €.
Das Kühlmittel trägt die Wärme des Motors zum Kühler, verhindert, dass das Wasser darin im Winter gefriert, und schützt den Motor innen vor Rost. Seine Schutzzusätze lassen mit den Jahren nach, auch wenn der Füllstand in Ordnung aussieht. Ein Kühlmittelwechsel kostet etwa 100 €, ein überhitzter Motor kann 1.000 € oder mehr kosten.
Was das Kühlmittel macht
Nur etwa 30 % der Energie im Kraftstoff eines Benziners bringen das Auto tatsächlich voran; ein großer Teil des Rests wird zu Wärme, die über den Auspuff und das Kühlsystem abgeht. Das Kühlsystem hält den Motor auf seiner Betriebstemperatur, bei den meisten Autos um die 90 °C, im Sommerstau genauso wie an einem frostigen Morgen.
Kühlmittel ist eine Mischung aus Wasser, Frostschutz (Glykol) und Schutzzusätzen. Es hat vier Aufgaben:
- Wärme abführen. Es fließt durch Kanäle im Motor, nimmt Wärme auf und gibt sie im Kühler wieder ab.
- Nicht gefrieren. Reines Wasser würde im Winter gefrieren, sich ausdehnen und den Motor sprengen. Eine richtige Mischung schützt bis etwa −25 °C oder tiefer.
- Rost und Ablagerungen verhindern in Motor, Kühler und Pumpe.
- Schmieren: die Dichtung der Wasserpumpe und das Thermostat.
So fließt es:
- Die Wasserpumpe drückt das Kühlmittel durch den Motor.
- Das Thermostat bleibt bei kaltem Motor geschlossen, damit er schnell warm wird, und öffnet bei Betriebstemperatur, um das Kühlmittel zum Kühler zu schicken.
- Der Kühler vorn im Auto kühlt es ab, bei niedrigem Tempo unterstützt vom Lüfter.
- Der Heizungswärmetauscher nutzt das heiße Kühlmittel, um den Innenraum zu heizen.
- Der Ausgleichsbehälter (der Behälter, den du siehst) nimmt das Kühlmittel auf, wenn es sich in der Wärme ausdehnt, und zeigt den Füllstand.
Warum Kühlmittel altert
Kühlmittel wird nicht verbraucht wie Kraftstoff, aber es altert:
- Die Schutzzusätze lassen nach. Über die Jahre werden die Korrosionsschutzmittel aufgebraucht, auch wenn Füllstand und Frostschutz noch gut aussehen. Dann setzen sich Rost und Ablagerungen in Motor und Kühler ab.
- Es wird verdünnt. Wer über Jahre mit Leitungswasser nachfüllt, schwächt den Frostschutz.
- Es wird verunreinigt durch Rost, Kalk oder, wenn etwas nicht stimmt, Öl.
Deshalb geben die Hersteller ein Wechselintervall in Jahren und Kilometern vor, und deshalb reicht „der Füllstand passt“ nicht.
Wann wechseln
Das Intervall deines Herstellers hat Vorrang. Es hängt von der Kühlmittelsorte ab: ältere Kühlmittel alle 2 bis 4 Jahre, viele moderne Langzeit-Kühlmittel (wie G13 von VW) etwa alle 5 Jahre oder 100.000 km. Viele lassen es zusammen mit dem Zahnriemen wechseln, wenn die Wasserpumpe sowieso getauscht wird.
Deine Fahrweise ändert daran nichts. Dein Wartungsniveau schon.
| Niveau | Wechseln alle | Bald fällig ab |
|---|---|---|
| StandardÜblicher Wartungsplan. Niedrigste Kosten, mit der Zeit mehr Verschleiß. | 100.000 km oder 5 Jahre | 95.000 km oder 4 Jahren und 10 Monaten |
| SorgfältigÖfter als üblich. Längere Lebensdauer, mittlere Kosten. | 80.000 km oder 5 Jahre | 75.000 km oder 4 Jahren und 10 Monaten |
| IntensivAm häufigsten gewartet. Bester Zustand, höchste Kosten. | 60.000 km oder 4 Jahre | 55.000 km oder 3 Jahren und 10 Monaten |
Track2Drive zeigt das Kühlmittel etwa 5.000 km oder 2 Monate vorher als Bald fällig an. Gibt dein Hersteller ein anderes Intervall vor, trag es ein, dann verwendet Track2Drive deins.
Den Füllstand prüfst du nicht nach Plan: Wirf alle paar Wochen und vor langen Fahrten einen Blick auf den Ausgleichsbehälter.
So prüfst du das Kühlmittel
Der Füllstand
- Nur bei kaltem Motor: am besten vor der ersten Fahrt des Tages. Öffne den Deckel nie bei heißem Motor. Das System steht unter Druck, und heißes Kühlmittel kann herausspritzen und dich verbrühen.
- Such den Ausgleichsbehälter: ein weißer oder durchsichtiger Kunststoffbehälter im Motorraum, oft mit einem Warnsymbol auf dem Deckel.
- Der Füllstand sollte zwischen MIN und MAX liegen. Schau von der Seite; meist musst du ihn nicht öffnen.
- Ist er zu niedrig, füll das Kühlmittel nach, das dein Hersteller vorschreibt (fertig gemischt, oder Konzentrat mit destilliertem Wasser gemischt, wie auf dem Etikett steht). Im Notfall bringt dich reines Wasser bis zur Werkstatt, lass die Mischung danach aber korrigieren.
Musst du bald wieder nachfüllen, gibt es ein Leck oder einen Defekt. Lass es prüfen.
Der Frostschutz
Ein günstiger Frostschutzprüfer von der Tankstelle oder aus dem Autozubehör (ein paar Euro) saugt etwas Kühlmittel an und zeigt, bis zu welcher Temperatur es schützt. Bei uns sollte es mindestens bis −25 °C schützen. Viele Werkstätten prüfen das vor dem Winter kostenlos.
Die Farbe
Die Farbe verrät dir die Sorte nicht: Hersteller wählen sie frei, und dieselbe Farbe kann für unterschiedliche Chemie stehen. Achte stattdessen auf:
- Braunes oder rostiges Kühlmittel: Der Schutz ist verbraucht, wechseln;
- Einen Ölfilm oder eine milchige, mayonnaiseartige Schicht im Behälter oder unter dem Öleinfülldeckel: Öl und Kühlmittel vermischen sich, möglicherweise wegen der Zylinderkopfdichtung. Lass das sofort prüfen.
Welches Kühlmittel braucht dein Auto?
Es gibt verschiedene Sorten (mit Namen wie G11, G12, G12++ und G13 bei VW, oder OAT, HOAT und silikatfrei bei anderen), und nicht alle lassen sich mischen.
- Verwende genau die Spezifikation aus der Betriebsanleitung oder die auf dem Ausgleichsbehälter. Auf die Farbe kommt es nicht an.
- Misch keine verschiedenen Sorten. Manche Kombinationen schwächen den Korrosionsschutz; silikathaltige und silikatfreie Kühlmittel können zusammen ein Gel bilden, das das System verstopft und die Pumpe beschädigt. G11 und G12 dürfen nie gemischt werden.
- Weißt du nicht, was drin ist, füll zur Überbrückung nur destilliertes Wasser nach und lass das Kühlmittel gegen die richtige Sorte wechseln.
- Nimm destilliertes Wasser zum Mischen von Konzentrat, kein Leitungswasser: Hartes Wasser hinterlässt Kalk.
Warnzeichen
- Die Temperaturwarnleuchte (ein rotes Thermometer über Wellen) oder die Temperaturanzeige im roten Bereich.
- Die Kühlmittel-Warnleuchte für zu niedrigen Füllstand.
- Der Füllstand sinkt immer wieder.
- Farbige Tropfen oder Pfützen unter der Front des Autos: grün, rosa, blau oder gelb.
- Ein süßlicher Geruch im Auto oder aus dem Motorraum.
- Weißer Rauch aus dem Auspuff, der süßlich riecht, wenn der Motor schon warm ist.
- Die Heizung bläst kalt, obwohl der Motor warm ist: oft zu wenig Kühlmittel oder Luft im System.
- Braunes, rostiges oder öliges Kühlmittel.
Was passiert, wenn du es nicht wechselst
- Der Schutz lässt nach. Du siehst und spürst davon nichts.
- Rost und Ablagerungen setzen sich fest in Motor, Kühler und Heizung, und das System kühlt schlechter.
- Teile fallen früher aus: Die Wasserpumpe wird undicht, das Thermostat klemmt, der Kühler setzt sich zu und die Heizung wird schwach.
- Frostschäden. Mit verdünntem Kühlmittel kann starker Frost es gefrieren lassen und den Kühler oder sogar den Motorblock sprengen.
- Überhitzung. Der Wechsel einer durchgebrannten Zylinderkopfdichtung kostet oft rund 1.000 € oder mehr, und ein festgefressener Motor kann das Aus für das Auto bedeuten.
Warum nicht einfach immer nachfüllen?
- Nachfüllen hält den Füllstand, nicht den Schutz. Die Zusätze im alten Kühlmittel bleiben verbraucht.
- Reines Wasser verdünnt es. Jedes Nachfüllen mit Wasser senkt den Frost- und Korrosionsschutz.
- Ein sinkender Füllstand ist ein Symptom. In einem geschlossenen System verdunstet Kühlmittel nicht: Sinkt der Stand weiter, ist irgendwo ein Leck.
So wird das Kühlmittel gewechselt
- Der Motor kühlt vollständig ab.
- Das alte Kühlmittel wird abgelassen, über die Ablassschraube am Kühler oder einen unteren Schlauch, in einen Behälter.
- Das System wird gespült, mit klarem Wasser, wenn das alte Kühlmittel verschmutzt oder eine andere Sorte war.
- Neues Kühlmittel wird eingefüllt, im richtigen Mischverhältnis, oft mit voll aufgedrehter Heizung, damit auch der Heizungskreislauf gefüllt wird.
- Das System wird entlüftet. Der Motor läuft mit offenem Deckel oder offenen Entlüftungsschrauben, bis das Thermostat öffnet und keine Blasen mehr kommen. Luftblasen können zu Überhitzung führen.
- Der Füllstand wird noch einmal geprüft, wenn der Motor abgekühlt ist, und aufgefüllt.
- Das alte Kühlmittel geht ins Recycling. Es ist giftig und schmeckt Tieren süß, darf also nie in den Abfluss oder auf den Boden.
In der Werkstatt dauert das etwa 45 Minuten bis eine Stunde.
Frag in der Werkstatt nach
- Der genauen Kühlmittel-Spezifikation aus deiner Betriebsanleitung (nicht nur einer Farbe)
- Einem kompletten Wechsel, nicht nur Nachfüllen
- Einer Prüfung des Frostschutzes nach dem Befüllen
- Einem Vermerk auf der Rechnung mit Kühlmittelsorte, Datum und Kilometerstand
Was ein Kühlmittelwechsel kostet
Das Kühlmittel für ein typisches Auto kostet etwa 28 €, überall gleich, und die Arbeit dauert etwa 45 Minuten. Der Preis hängt also vor allem vom Stundensatz der Werkstatt ab. Die Zahlen sind Schätzwerte für eine freie Werkstatt, inkl. MwSt.
| Land | Stundensatz der Werkstatt | Kühlmittelwechsel |
|---|---|---|
| Deutschland (Durchschnitt) | 105 €/h | ca. 106 € |
| EU-Durchschnitt | 70 €/h | ca. 80 € |
| Österreich | 95 €/h | ca. 99 € |
| Niederlande | 100 €/h | ca. 103 € |
| Frankreich | 77,50 €/h | ca. 86 € |
| Polen | 40,50 €/h | ca. 58 € |
Autos, die eine komplette Spülung, viel Kühlmittel oder ein aufwendiges Entlüften brauchen, kosten mehr. Zusammen mit dem Zahnriemen oder der Wasserpumpe sind die Mehrkosten gering.
Häufige Fragen
Kann ich Wasser nachfüllen?
Im Notfall ja, am besten destilliertes Wasser, um bis zur Werkstatt zu kommen. Lass danach die Mischung prüfen: Zu viel Wasser senkt den Frost- und Korrosionsschutz.
Kann ich verschiedene Kühlmittel mischen?
Besser nicht. Manche Sorten reagieren miteinander, schwächen den Schutz oder bilden Ablagerungen. Nimm die Spezifikation aus der Betriebsanleitung; weißt du nicht, was drin ist, lass es wechseln.
Verrät mir die Farbe, welches Kühlmittel ich brauche?
Nein. Hersteller wählen die Farben frei. Richte dich immer nach der Spezifikation (zum Beispiel G13 oder die Norm des Herstellers).
Wie oft sollte ich den Füllstand prüfen?
Alle paar Wochen und vor langen Fahrten, immer bei kaltem Motor. Viele Autos haben außerdem eine Warnleuchte für zu niedrigen Füllstand.
Mein Kühlmittelstand sinkt immer wieder. Was bedeutet das?
Irgendwo ist ein Leck: ein Schlauch, der Kühler, die Wasserpumpe oder im schlimmsten Fall die Zylinderkopfdichtung. Lass es bald prüfen.
Brauchen Elektroautos einen Kühlmittelwechsel?
Elektroautos nutzen Kühlmittel, um Batterie und Motor auf der richtigen Temperatur zu halten, mit einem eigenen Plan. Das erklären wir in unserem Ratgeber zur Wartung von Elektroautos.